Projekt "Blühende Nachbarschaft" - Blumenwiesen für mehr Biodiversität und Lebensqualität
26.05.2026
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Projekt "Blühende Nachbarschaft".
Willkommen auf der Informationsseite zum Projekt "Blühende Nachbarschaft"
Eine Initiative der Umweltkommission Rickenbach in Zusammenarbeit mit der Stiftung PUSCH – Praktischer Umweltschutz.
Hier erfahren Sie alles über die Entstehung, den Fortschritt und die Ziele dieses Projekts, das sich der Förderung der Artenvielfalt und der naturnahen Gestaltung unserer Gemeinde widmet.
Warum Wildblumenwiesen wichtig sind
Wildblumenwiesen sind weit mehr als nur ein ästhetischer Gewinn für unsere Landschaft. Sie bieten Lebensraum, Nahrungsquelle und Rückzugsort für zahlreiche Tierarten – von Wildbienen und Schmetterlingen bis hin zu Vögeln und Kleinsäugern.
In einer Zeit, in der Insektenpopulationen weltweit zurückgehen, leisten solche Wiesen einen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.
Auch auf kleinen Flächen, etwa in Ihrem Garten oder auf Verkehrsinseln, können Wildblumenwiesen wertvolle Lebensräume schaffen und damit zum Erhalt der natürlichen Vielfalt beitragen
Das Projekt "Blühende Nachbarschaft" in Rickenbach SO
Die Gemeinde Rickenbach SO beteiligt sich am schweizweiten Projekt "Blühende Nachbarschaft", das von PUSCH initiiert wurde. Ziel ist es, die Biodiversität im Siedlungsraum zu fördern.
Projektfortschritt
Ende 2023 begannen die ersten Abklärungen. Die Umweltkommission evaluierte geeignete Flächen.
Bei einer Begehung im Februar 2024 mit Fachleuten von PUSCH und dem Biodiversitätsexperten Wolfgang Bischoff wurden drei besonders geeignete Standorte ausgewählt - basierend auf Lage, Bodenbeschaffenheit und Sonneneinstrahlung.
Im September 2024 lag ein von PUSCH ausgearbeiteter Umsetzungsplan vor. Zur Unterstützung der Vorbereitungs- und Pflegearbeiten wurde die Arbeitsgruppe Blumenwiesen gegründet.
Im Frühjahr 2025 begann die praktische Umsetzung. Zahlreiche freiwillige Rickenbacherinnen und Rickenbacher unterstützten die Umweltkommission tatkräftig bei den Arbeiten auf den Flächen.
Bei einer erneuten Begehung im Spätsommer 2025 konnten auf der Lack-Wiese bereits über 40 verschiedene Pflanzenarten festgestellt werden - ein sichtbarer Erfolg des Projekts.
Die Blumenwiesen stehen im Frühling & Sommer 2026 in voller Blüte. Mittlerweile konnten über 50 Pflanzenarten gezählt werden und unzählige Insekten haben in den neuen Lebensräumen Nahrung, Schutz und ein Zuhause gefunden.
Pflege, Geduld und Nachhaltigkeit
Eine Wildblumenwiese entfaltet ihre volle Schönheit nicht sofort. Im ersten Jahr dominieren meist Pionierpflanzen. Erst im zweiten oder dritten Jahr zeigt sich die gesamte Blütenpracht. Ein buntes Farbenmeer aus Wiesen-Margeriten, Flockenblumen, Kleearten, Wiesensalbei und vielen weiteren Arten.
Die Pflege ist einfach, sobald die Wildblumenwiese etabliert ist:
• Ein bis zwei Schnitte pro Jahr genügen in der Regel.
• Der erste Schnitt erfolgt idealerweise nach der Hauptblüte ab Juni/Juli, der zweite im Herbst.
• Das Schnittgut wird vor Ort getrocknet, damit die Pflanzen absamen können und sich die Blumenwiese auf natürliche Weise weiter vermehrt.
• Das Schnittgut wird danach entfernt, um den Boden nicht zusätzlich mit Nährstoffen anzureichern.
• Die Mahd erfolgt am besten schonend mit Balkenmäher oder Sense.
• Durch gestaffelte Mahd bleiben Rückzugsflächen für Insekten erhalten.
• Eine Wildblumenwiese braucht weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel.
• Problematische Neophyten (Einjähriges Berufkraut) oder stark wuchernde Pflanzen (Wiesen-Blacke) sollten regelmässig entfernt werden.
• Eine Bewässerung ist nicht nötig.
• Ungemähte Bereiche über den Winter bieten Schutz für die Insekten. Die meisten überwintern als Ei oder Puppe an den Halmen.
Mitmachen und selbst aktiv werden
Das Projekt lebt vom Engagement der Bevölkerung. Ob bei Arbeitseinsätzen der Arbeitsgruppe oder mit einer eigenen Wildblumenfläche im Garten.
Schon eine kleine Fläche mit einheimischen Blumen und Gräsern auf Rabatten, entlang von Zäunen oder im Garten leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt. Sie schaffen wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber und helfen, als sogenannte Trittsteinbiotope, diese miteinander zu vernetzen.
Die UWK motiviert die Bevölkerung, selbst aktiv zu werden, und unterstützt Interessierte gerne mit Fachwissen bei der Planung und Umsetzung von Blumenwiesen oder naturnahen Gärten.
Wer mitmachen möchte, darf sich gerne bei der Umweltkommission melden.
Zudem besteht die Möglichkeit, der WhatsApp- oder Signal-Gruppe der Arbeitsgruppe Blumenwiesen beizutreten. Dort werden Arbeitseinsätze angekündigt, Tipps ausgetauscht und gemeinsame Erfolge gefeiert.
Saatgutmischungen für die eigene Blumenwiese
Das Saatgut für die Rickenbacher Wiesen besteht aus einer regionalen Mischung von Fromentalwiesenarten welche in Naturwiesen des westlichen Mittellands geerntet wurden. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass sich die Wiesen optimal an lokale Bedingungen anpassen und Insekten eine standortgerechte Nahrungsquelle finden.
Auch Privatpersonen können Saatgut beziehen, um auf ihrem Grundstück eine Wildblumenwiese anzulegen. Die Aussaat erfolgt auf einer gut vorbereiteten, bewuchsfreien Fläche, idealerweise zwischen Mitte April und Ende Mai oder Mitte August und Ende September
Gemeinsam für eine bunte Zukunft!
Mit dem Projekt „Blühende Nachbarschaft“ setzt Rickenbach ein deutliches Zeichen für den Schutz der Biodiversität. Das Engagement der Umweltkommission und der vielen Freiwilligen der Arbeitsgruppe Blumenwiesen zeigt, dass nachhaltiger Wandel in der Gemeinde möglich ist - Schritt für Schritt, Quadratmeter für Quadratmeter.
Wir laden alle Einwohnerinnen und Einwohner herzlich ein, Teil dieses Projekts zu werden - durch aktive Mithilfe, das Anlegen eigener Blumenwiesen oder einfach durch Interesse und Unterstützung.
Gemeinsam schaffen wir eine lebendige, vielfältige und farbenfrohe Umgebung, in der Menschen, Pflanzen und Tiere gleichermaßen profitieren.
Danke
Ein grosser Dank gilt der Arbeitsgruppe Blumenwiesen mit ihren engagierten freiwilligen Helferinnen und Helfern aus der Bevölkerung. Mit viel Einsatz und Herzblut wurden unzählige Arbeitsstunden geleistet - vom Vorbereiten der Flächen über die Ansaat bis zur Pflege und Mahd. Das Projekt zeigt eindrücklich, was durch gemeinschaftliches Engagement möglich wird
Hier können interessierte Saatgut bestellen.
Hier können Sie sich von der Umweltkommission beraten lassen.
QR-Code zur WhatsApp-Gruppe der Arbeitsgruppe Blumenwiese
QR-Code zur Signal-Gruppe der Arbeitsgruppe Blumenwiese
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